Sie sind in einer Großstadt gelandet, träumen aber davon, Teile Spaniens zu entdecken, von denen Sie noch nie gehört haben? Das gesamte Land ist durch ein ausgedehntes Eisenbahnnetz verbunden, so dass Sie auch weniger überlaufene Ziele bequem erkunden können. Sie werden den Charme eher unbekannter Gebieten bewundern können, die nichtsdestotrotz einen unvorstellbaren landschaftlichen und kulturellen Reichtum aufweisen.Da der Zug zu den nachhaltigsten und entspannendsten Reisearten gehört, finden Sie hier fünf Ideen für Mikroabenteuer von einigen der bevölkerungsreichsten Städte Spaniens nach Teruel, Cuenca, Monserrat, Orduña und Jaén. Begleiten Sie uns?

Grüner Zug-Weg in Llambilles, Katalonien
Grüner Zug-Weg in Llambilles, Katalonien © CVVG / Stella Rotger

Von Valencia zum Mudejar von Teruel... und zurück mit dem Fahrrad

Die Regionalzüge der spanischen Eisenbahnkompanie Renfe bieten zahlreiche Möglichkeiten, sich zwischen Städten zu bewegen. Ein Beispiel ist die Strecke, die Valenciain etwa zweieinhalb Stunden vom Nordbahnhof aus mit Teruel verbindet. Diese Stadt ist der wichtigste Bezugspunkt für die Mudejar-Architektur, den arabisch geprägten mittelalterlichen Baustil, den es nur auf der iberischen Halbinsel gibt. Er ist vor allem in Aragonien vertreten und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Darüber hinaus gibt es in dieser bezaubernden Stadt aber noch weitere wichtige Sehenswürdigkeiten wie das Mausoleum der Liebenden von Teruel, das Aquädukt Los Arcos oder die Óvalo-Allee.Wenn Sie gerne Fahrrad fahren, haben wir einen Vorschlag für Ihre Rückreise, der Sie begeistern wird. Sie können es auf dem Hinweg im Zug mitnehmen und mit zurück mit ihm über die Grünen Wege radeln, ehemalige Eisenbahnstrecken, die für Fußgänger und Radtouristen wieder hergerichtet wurden. Der längste Radweg Spaniens, die Teruel mit Sagunto verbindet, ist der Grüne Weg Ojos Negros, dessen 183 Kilometer sich auf zwei Abschnitte, den aragonesischen und den valencianischen, verteilen. Weitere 50 Kilometer führen Sie auf ruhigen Straßen und Radwegen durch die Orangenhaine der valencianischen Obstgärten in die Stadt Valencia. Unterwegs gibt es attraktive Stopps wie Jérica, den schönen Wasserfall Salto de la Novia in Navajas oder Segorbe. Die Route hat einen geringen Schwierigkeitsgrad, da sie ausschließlich bergab führt und sich in angenehme Etappen aufteilen lässt.

Hängende Häuser in Cuenca, Kastilien-La Mancha
Hängende Häuser in Cuenca, Kastilien-La Mancha

Von Madrid nach Cuenca, Welterbestadt

Madrid ist mit dem Zug mit mehreren Städten verbunden, die zum Weltkulturerbe erklärt wurden, wie z. B. Toledo, Segovia oder unser Vorschlag Cuenca. Der Hochgeschwindigkeitszug (AVE) braucht etwa eine Stunde vom Bahnhof Puerta de Atocha-Almudena Grandes.Das historische Viertel bezaubert mit der Kathedrale, den berühmten Hängenden Häusern und dem Museum für zeitgenössische Kunst, das in einem ehemaligen Kloster aus dem 17. Jahrhundert. Außerdem liegt die Altstadt über zwei Schluchten: der Schlucht des Flusses Júcar im Norden und der des Huécar im Osten, die von den Hängenden Häusern überragt wird.Ein Spaziergang entlang jeder der beiden Schluchten mit ihrer üppigen Vegetation flussaufwärts ist ein Genuss. Sie können zum Beispiel der Schlucht bis zu den Molinos de Papel folgen, einem Gehöft aus dem 17. Jahrhundert. Die Strecke führt etwa 20 Kilometer von der Stadt hin und zurück.Wenn Sie Nervenkitzel und Aufregung suchen und die spektakuläre Landschaft von oben betrachten möchten, bietet Cuenca eine der längsten doppelten Seilrutschen in Europa. Im Sommer werden sogar spezielle Nachtsprünge angeboten. Können Sie sich vorstellen, mit dem Mond im Hintergrund über die Stadt zu „fliegen“?

Montserrat-Kloster, Barcelona, Katalonien
Montserrat-Kloster, Barcelona, Katalonien

Von Barcelona zum zauberhaften Kloster von Montserrat

Ganz in der Nähe von Barcelona, kaum eine Stunde mit dem Regionalzug entfernt, liegt Montserrat, ein für die Katalanen heiliges Gebirge, dessen unverwechselbares gezacktes Profil einer Krone ähnelt.  Für den Aufstieg zum grandiosen Kloster können Sie zwischen zwei ebenso ungewöhnlichen wie nachhaltigen Fahrzeugen wählen. Wenn Sie an der Haltestelle Montserrat-Aeri aussteigen, erwartet Sie die Seilbahn, die zum Tempel führt. Wenn Sie stattdessen die Zahnradbahn benutzen möchten, müssen Sie an der nächsten Station der Linie R5, „Monistrol de Montserrat“, aussteigen.Oben angekommen, ist die Landschaft wahrhaft atemberaubend: die Abtei, in der die Moreneta, die Schutzpatronin Kataloniens, verehrt wird, das Museum und die zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten. Wenn Sie gut in Form sind, können Sie versuchen, Sant Jeroni, den höchsten Gipfel des Gebirges, der etwa fünf Kilometer von der Kirche entfernt liegt, zu besteigen. Außerdem gibt es zwei Standseilbahnen: eine, die zum Aussichtspunkt Sant Joanhinauffährt und einen unvergesslichen Panoramablick bietet, und eine andere, die hinunter zur Santa Cova führt.Das Kombi-Ticket Tot Montserrat beinhaltet nicht nur alle Verkehrsmittel (Metro, um sich in Barcelona fortzubewegen, Zug nach Montserrat, Seil- und/oder Zahnradbahn, Standseilbahn), sondern außerdem den Eintritt für das Kloster und das Museum und sogar ein Mittagsbuffet.

Wasserfall des Nervión, Álava
Wasserfall des Nervión, Álava

Von Bilbao nach Orduña: Spaniens höchster Wasserfall

Von Bilbao aus, berühmt unter anderem für seine köstlichen Pintxos, können Sie einen der unglaublichsten Ausflüge Spaniens unternehmen. Es handelt sich um einen Besuch des Wasserfalls am Nervión, der spektakulären Quelle dieses Flusses, die Sie mit dem Renfe-Nahverkehrszug C3 erreichen können. Die Route endet in der Stadt Orduña, einem historischen Ensemble in idyllischer Umgebung, die von der zerklüfteten Sierra Salvada gekrönt wird, wo die baskischen Provinzen Bizkaia und Alava und die kastilische Provinz Burgos aufeinandertreffen.Man kann den Wasserfall von unten kennen lernen, indem man vom Dorf Delika aus entlang des Wassers wandert, das auch von Orduña aus zu Fuß erreichbar ist (ca. 17 km relativ leichter Hin- und Rückweg). Oder Sie können es von oben tun, über einem 25 Kilometer langen anspruchsvolleren Rundweg, der die Sierra Salvada bis zum Aussichtspunkt auf dem Monte Santiago (Burgos) hinaufführt. Der Nervión-Wasserfall ist mit seinen rund 220 Metern der höchste Wasserfall Spaniens.

Naturpark Sierra de Andújar, Jaén, Andalusien
Naturpark Sierra de Andújar, Jaén, Andalusien

Von Sevilla nach Jaén: das Olivenbaum-Meer

Jeden Tag durchquert eine Zuglinie halb Andalusien von der alten Küstenstadt Cádiz bis nach Jaén und führt dabei durch Sevilla und Córdoba. In der Provinz Jaén haben Sie die Möglichkeit, eine der einzigartigsten Landschaften Europas zu beobachten: das unendliche „Meer aus Olivenbäumen", aus dem das flüssige Gold Spaniens, das Olivenöl, gewonnen wird.Die Bahnfahrt von Sevilla aus dauert etwa dreieinhalb Stunden und führt durch eine große Vielfalt an Ökosystemen. In Andújar zum Beispiel gibt es Aktivtourismusunternehmen, die Sie durch die Berge führen, um eine Ikone der spanischen Fauna in freier Wildbahn zu beobachten: den iberischen Luchs.Die letzte Strecke durch die Olivenhaine endet in der Stadt Jaén, die über ein reiches künstlerisches Erbe verfügt. Schon bald wird ihnen der beeindruckende Felsvorsprung ins Auge fallen, auf dem die Burg Santa Catalina und der Parador de Turismonebeneinander stehen. Wir empfehlen Ihnen den Aufstieg zu Fuß, da er nur 4 km vom Stadtzentrum entfernt ist. Der Blick aus der Adlerperspektive auf die Stadt und das grüne „Meer“ aus Olivenhainen wird Sie beeindrucken!